Viele Wege führen ins MoneyMuseum

Das privat geführte Museum im Kreis 6 ist einen Besuch wert. Wie eine Wundertüte eröffnet sich im Wohnquartier ein Raum, in dem sich alles um Geld – und noch viel mehr – dreht.

Viele Wege führen zum MoneyMuseum Zürich. Wer mit dem öffentlichen Verkehr anreist, geniesst eine der kürzesten Fahrten mit einer Seilbahn: Nach 2 Minuten hält das Bähnli bei der Station «Hadlaubstrasse» – aber nur, wenn man nicht vergessen hat, den richtigen Knopf zu drücken.

Nicht viel länger dauert der Weg zu Fuss zum Museum, das sich etwas versteckt in einem Wohnquartier befindet. Schon beim Eintreten merkt man, dass man hier einen aussergewöhnlichen Ort vorfindet – noch bevor man einen Stock tiefer in den ästhetisch gestalteten Hauptraum tritt.

Hintergrund

Gegründet wird das MoneyMuseum von Jürg Conzett im Jahr 1999 – vorerst online. Jürg Conzett, seit Kinderjahren begeisterter Münzensammler, will sein Werk einem grösseren Publikum zur Verfügung stellen. Vier Jahre später, 2003, bezieht das MoneyMuseum seine Räume an der Hadlaubstrasse. Ausstellungen, Publikationen, Videos, Vortrags- und Diskussionsreihen prägen die folgenden Jahre.

Und heute? 2018 hat das MoneyMuseum nach einem Umbau unter der Leitung von Architektin Tilla Theus seine Tore neu eröffnet. Besucherinnen und Besucher erleben hier vieles, nur kein klassisches Geldmuseum. Das neue Konzept folgt der Idee eines Museions aus dem antiken Griechenland, einem Ort des Austausches, der mit seiner Bibliothek Platz zum Debattieren bietet.

Zahlungsmittel und soziale Beziehungen

Der Eingangsbereich ist den traditionellen Zahlungsmitteln gewidmet. Kaurischnecken, Eberzähne, Perlmuscheln usw. – überall auf der Welt treten verschiedene Erscheinungen auf.

Traditionelle Zahlungsmittel dürfen nicht mit Geld in unserem Sinn verwechselt werden. Sie können nur im Kontext sozialer Beziehungen gesehen werden. Sich mit traditionellen Zahlungsmitteln zu befassen, bietet eine erste Möglichkeit, out of the box zu denken.

Fenster in die Welt

Im Untergeschoss eröffnet sich eine grosse Bibliothek, die Bücher vom 16. Jahrhundert bis heute umfasst. Was haben Bücher mit Geld zu tun, fragt sich der eine Besucher oder die andere Besucherin. Mehr, als man denkt. Bücher sind wie Münzen – insbesondere diejenigen früherer Zeiten – Fenster in die Welt.

Glänzende Münzschatulle

Stichwort Münzen: Neben zwei grossen Touchscreens ist im MoneyMuseum eine ausserordentlich schöne Sammlung von Denaren der Römischen Republik zu sehen.

Wer Zeit und Interesse mitbringt, kann sich Münzen zurück bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. aus der Münzschatulle zeigen lassen. Hier dürfen die griechische Tetadrachme oder der römische Antoninian in die Hand genommen werden, für viele Besucher ein besonderes Highlight.

Geld

Münzgeschichte ist nicht gleich Geldgeschichte. Erst im langen 16. Jahrhundert beginnt eine Gesellschaft zu entstehen, die von Geld lebt. Geld wird zu einer Notwendigkeit und letztlich zu einem reinen Tauschmittel. Wer sich für die Frage, was Geld ist, interessiert, findet hier Anregung zur Reflexion über etwas, was wir als gegeben hinnehmen.

Das MoneyMuseum ist mehr als einen einzigen Besuch wert: Die wechselnde Ausstellung nimmt halbjährlich neue Themen auf und die Bibliothek lädt zum Verweilen ein.

Ankommen

Die Ankunft mit der Seilbahn ist nur eine unter vielen Varianten. Warum nicht eine leichte Tour zu Fuss mit dem Besuch im Museum knüpfen? Vom Zoo Zürich aus führt ein schöner Panoramaweg in einer guten halben Stunde zum Rigiblick und weiter zum MoneyMuseum. Entlang des Weges mit Blick auf die Stadt trifft man auf das Hotel Zürichberg, das zu einer ersten Zwischenpause einlädt.

Reizvoll und etwas sportlicher ist eine kleine Tour mit Start beim Irchelpark. Urbanes Gelände wird durch Wald abgelöst, bis der Rigiblick nach einer Stunde die Sicht auf die Stadt freigibt. Mittags kann man sich im Restaurant Rigiblick stärken, bevor man auf dem Geissenweg der Rigibahn entlanggeht und zum MoneyMuseum gelangt.

Infos in Kürze

Adresse

MoneyMuseum, Hadlaubstrasse 106, 8006 Zürich

Öffnungszeiten

  • Donnerstag 9–18 Uhr auf Voranmeldung
  • nach Vereinbarung

Anfahrtsweg mit dem öffentlichen Verkehr

Ab Zürich HB mit Tram Nr. 10 (Tram Nr. 9 ab Zürich Bellevue) bis Seilbahn Rigiblick, mit der Seilbahn bis zur Station Hadlaubstrasse, zu Fuss 5 Minuten

Zu Fuss

  1. Wanderweg ab Zürich Zoo, 30 Minuten
  2. Wanderweg ab Irchelpark, 60 Minuten

Velo oder Auto

Auch Velo- und Autofahrer finden den Weg zum MoneyMuseum leicht. Parkmöglichkeiten in der blauen Zone

Highlights im Museum

  • Ausstellung «Traditionelle Zahlungsmittel»
  • Münzen der römischen Republik
  • Bibliophile Bücher
  • Bibliothek
  • Sonderausstellungen
  • Münzen prägen
  • Persönliche Führung durch das Museum

Kontakt

Besuche auf Anmeldung unter Tel. 044 242 76 80 oder auf unserer Website www.moneymuseum.com